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Konzertführer

Noten

 

Johannes BRAHMS
1833-1897

Sohn eines Kontrabassisten, Unterricht zunächst beim Vater, dann bei Marxsen. Durch einen Aufsatz von Robert Schumann wurde Brahms schon als Zwanzigjähriger allgemein bekannt. Mehrere Jahre Dirigent in Detmold, dann in Hamburg. Seit 1862 war Wien seine Wahlheimat; dort 1871-1874 Leiter der Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde. Lebte dann als Freischaffender. Schrieb Werke für alle Gebiete der Musik, außer für die Bühne.

Der Hamburger Brahms, der seine Wahlheimat in Wien fand, ist seiner Haltung nach mit Händel und Beethoven zu vergleichen, sein Empfinden ist romantisch, von der Wirkungspracht der Neudeutschen um Liszt setzt er sich weit ab, nicht minder scheut er die Klangentfaltung seines Zeitgenossen Bruckner. Aber das alles sind Abgrenzungen, keine Bestimmungen. Ihn zu bestimmen, dürfte überhaupt schwerfallen; dazu steht er zu sehr im Schnittpunkt mannigfacher Entwicklungslinien.

Denkt man an Brahms als Instrumentalmusiker, so läßt sich etwa sagen: Er ist reiner, »absoluter« Musiker. Über allem steht die musikbedingte Form; diese wird mehr innerlich ausgestaltet als äußerlich aufgebaut. Seine Melodik verläuft in großen, sorgsam gegliederten Linien, die oft der Volksmusik entstammen. Die Harmonik ist bunt, aber folgerichtig, durchmißt alle Gebiete zwischen einfachsten Wendungen und altertümlicher Strenge. Ungemein lebendig, zuweilen sogar sprühend, wirkt die Rhythmik mit ihren feinen Verästelungen. Die thematische Arbeit in den Durchführungen ist dicht, ohne sich im Dickicht zu verlieren. Ganz aufgelockert, dabei unerbittlich gesammelt ist der Satz, durchsichtig und doch gesättigt, warm, aber nicht überhitzt. So vieles in der Musik Brahms ist wirklich »gearbeitet«, überlegt gestaltet, aber im Grunde wendet sie sich doch nicht an die Denk-, sondern an die Erlebniskraft des Hörers.

 

Orchesterwerke

Haydn-Variationen
1. Sinfonie c-Moll
2. Sinfonie D-Dur
3. Sinfonie F-Dur
4. Sinfonie e-Moll
Akademische Fest-Ouvertüre
Tragische Ouvertüre
1. Klavierkonzert d-Moll
2. Klavierkonzert B-Dur
Violinkonzert D-Dur

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Kammermusik

Sonaten für Geige und Klavier
Klaviertrios
Klavierquartette
Streichquartette Opus 51 (c-Moll, a-Moll)
Streichquartett Opus 67 (B-Dur)
Klavierquintett f-Moll
Streichquintett F-Dur
Streichquintett G-Dur
Klarinettenquintett
Streichsextette B-Dur und G-Dur

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Klavierwerke

Sonate C-Dur
Sonate fis-Moll
Sonate f-Moll
Variationen über ein Schumann-Thema
Variationen über ein ungarisches Lied
Variationen über ein eigenes Thema
Variationen über ein Thema von Händel
Variationen über ein Thema von Paganini

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Chorwerke

Ein deutsches Requiem
Schicksalslied
Rhapsodie für Altstimme, Männerchor und Orchester