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Konzertführer
Peter CORNELIUS 1824-1874
Peter Cornelius, geboren 1824 in Mainz (Neffe des gleichnamigen Malers). 1852 in Weimar, glühender Verehrer Liszts und Kämpfer für dessen Musik. Freundschaft verknüpfte ihn auch mit Wagner. 1865 an der königlichen Musikschule in München. Gestorben 1874 in seiner Vaterstadt. Hinterließ vorwiegend Chöre, Lieder, Opern.
Ouvertüren zu »Der Barbier von Bagdad«
Cornelius wollte in seinen Opern nicht Wagner nachahmen, sondern »neben Wagner stehen wie Mörike neben Goethe«. Den Gegnern von Wagner und Liszt schien selbst ein solches Bekenntnis zuviel: bei der Uraufführung (1858 in Weimar unter Liszt) wurde die komische Oper »Der Barbier von Bagdad« zu Fall gebracht. Liszt trat von seinem Posten zurück, und Cornelius verzichtete auf weitere Aufführungen. Felix Mottl hat später die Oper neu instrumentiert und mit einigem Erfolg auf die Bühne gebracht. Heute ist man zur ursprünglichen Instrumentierung zurückgekehrt.
Es gibt zwei Ouvertüren zu dieser Oper. Die erste in h-moll ist eine der zierlichsten deutschen Opern Einleitungen. Zuweilen scheint alle Erdenschwere in dem kostbaren Orchesterstück dahingeschwunden, ein wenig orientalischen Märchenduft bringt sie mit sich, obwohl die Tonsprache durchaus europäisch ist. Erst zum Schluß wird sie »deutlicher«: heiter spottet die Posaune im voraus über den aufgeblasenen, geschwätzigen und doch gutmütigen Bartkratzer.
Die h-Moll-Ouvertüre war selbst Liszt zu »beziehungslos«. Auf seinen Rat schrieb Cornelius eine zweite Ouvertüre (D-Dur). Da sie auf bestimmten Themen der Oper aufgebaut und daher »greifbarer« ist, begegnet man ihr im Konzert häufiger als der ersten. Zunächst tritt der Barbier selbst auf mit seinem aufgeplusterten Thema (Blechbläser) und mit seiner langatmigen, fremdwortgesegneten Selbstbeschreibung »Bin Akademiker, Doktor und Chemiker« (Holzbläser). Der nächste Teil führt in die schwärmerischselige Stimmung Nureddins, der sich nach der geliebten Margiana sehnt und kein Ende finden kann, sie zu besingen. Dann, wie eine Vor-Erfüllung seiner Hoffnungen, folgt ein Abschnitt, der dem Zwiegesang Nureddins und Bostanas entnommen ist: das Stelldichein mit Margiana wird verabredet. Es ist ein feiner Zug von Cornelius, daß er diese Ouvertüre nicht ausklingen läßt in der Vereinigung der Liebenden, sondern wiederum des Barbiers gedenkt; so nimmt er der Oper nicht die starke Wirkung der Liebesszene vorweg.
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