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Christoph Willibald GLUCK
1714-1787

Christoph Willibald Gluck. (1714-1787), Sohn eines Försters. Von 1732-1736 in Prag, dann vier Jahre lang Schüler von Sammartini in Mailand. Ab 1746 in London. 1754-1764 Hofkapellmeisterin Wien. Darauf längere Zeit in Paris. Gluck gilt als der Reformator der Oper des 18. Jahrhunderts.

 

 

 

Ouvertüre zu »Iphigenie inAulis«

Glucks »Iphigenie in Aulis« wurde am 19. April 1774 zum ersten Male aufgeführt (Paris). Durch dieses Werk griff er in den Kampf der Buffonisten und ihrer Gegner ein. Mit dem menschlichen Gehalt und der musikalischen Ausdruckskraft der Oper schlug der Komponist einen Weg ein, der bereits in der Ouvertüre hörbar wird.

Die heute im Konzertsaal gebräuchliche Form dieser Ouvertüre stammt von Richard Wagner, der vor allem den Schluß hinzugefügt hat. Der ursprüngliche Schluß leitet unmittelbar in das Geschehen über.

Wagners Begeisterung für die Ouvertüre wird verständlich, wenn man sich die Hauptmotive ansieht. Sie sprechen förmlich von dem inneren und äußeren Kampf: von dem Gebot der Gottheit, von Agamemnons Leid um die zur Opferung bestimmte Tochter Iphigenie, von Iphigenies reiner opferbereiter Seele, von Jammer und Mitleid.
Wagner bestimmt die einzelnen Motive folgendermaßen:

Diesen treibenden Kräften des seelisch-musikalischen Dramas hat Wagner noch ein unruhig drängendes Sechzehntel-Motiv (aus dem ersten Akt der Oper) hinzugefügt und damit das Toben der Griechen als äußeren Hintergrund des inneren Geschehens wirkungsvoll mitverarbeitet.