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Eduard LALO
1823-1892

 

Edouard Lalo (1823-1892), Abkömmling einer spanischen Familie) lebte meist in Paris, schrieb eine Sinfonie, Konzerte, Klavierstücke, Opern.

 

Lalos »Spanische Sinfonie für Geige mit Orcheste

vereinigt in sich so ziemlich alles, was man von einem Virtuosenkonzert verlangen kann: Orchesterglanz und Solistenbrillanz, blühende Melodien und farbige Harmonik, rhythmischen Schwung und gerundete Form. Der erste Satz, ein bedeutendes Stück Musik, offenbart noch nicht viel von dem spanischen Einschlag des Werkes. Sehr schön die Gegenüberstellung der gestrafften Rhythmen und des gesangsartigen Seitenthemas. Die thematische Arbeit betont durchaus den sinfonischen Gedanken. Das ganze Entzükken des Hörers bildet dann der zweite Satz mit seinen schnellenden Tanzrhythmen und vor allem mit dem bezaubernden spanischen g-Moll-Thema. Die Geige hebt sich von dem tänzelnden Rhythmus der Begleitung ab wie ein bald schmelzender, bald leidenschaftlicher, bald lustiger Ständchengesang. Nicht so überzeugend wirkt der dritte Satz (Intermezzo) in seinem Wechselspiel von breitem Gesangsthema und fesselnden Rhythmen. Im vierten Satz (Andante) herrscht Auftakt-Stimmung für den Schlußsatz: schwermütig erklingt die Geigenmelodie auf den tiefen Saiten. Die eigentlichen geigerischen Kunststücke werden dem Finale (Rondo) vorbehalten.

 Das wie ein lustiger Rundgesang im Orchester ständig wiederkehrende Hauptthema wird von der Geige mit tollen Sprüngen und wirbelnden Figuren, mit allerlei Zupfern und Hupfern umflattert. Immer ausgelassener, stürmischerund wilder wird derTanz, das Schlagzeug unterstützt die blitzschnellen Drehungen, bis im Augenblick des höchsten tänzerischen Rauschs das Stück plötzlich abbricht.