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Konzertführer
Jean SIBELIUS 1865-1957
Jean Sibelius (1865-1957, Finne) studierte in Helsinki, Berlin und Wien. Schrieb vor allem Orchesterwerke, eine Oper, Lieder, Klavierstücke.
Schwan von Tuonela Finlandia Tapiola Violinkonzert d-Moll
Jean Sibelius (1865-1957, Finne) studierte in Helsinki, Berlin und Wien. Schrieb vor allem Orchesterwerke, eine Oper, Lieder, Klavierstücke.
Sibelius ist der eigentliche Träger der neueren finnischen Kunstmusik. Da er sich hartnäckig auf das Finnische beschränkt, sind nur einige seiner knapp gefaßten sinfonischen Dichtungen in der Welt bekannt geworden (die Sinfonien werden fast nie gespielt). Die sinfonischen Dichtungen behandeln meist einheimische Sagenstoffe oder geben landschaftliche Grundstimmungen wieder; Die Eigentümlichkeiten des Tondichters sind: schwermütige Einförmigkeit (Melodie und Harmonie), unvermutet auftretender Frohsinn (Rhythmus und Stärkegrad) und herber Klang (Instrumentation).
»Der Schwan von Tuonela« bringt ein finnisches Märchen zum Erklingen. Die Musik dieses Jugendwerkes ist so bildhaft (für unser Empfinden vielleicht zu bildhaft), daß man dem geschilderten Vorgang unschwer zu folgen vermag. In feierlicher Abgeschiedenheit liegt der Tuonela-See zwischen ragenden Felsen und dunklen Tannen. Mitternachtssonne. Auf dem Wasser singt ein Schwan von vergangener Schönheit: klagend, wehmütig, still ergeben. Todgeweiht, wie der Schwan, ist die Welt.
Das sinfonische Gedicht »Finlandia« ist Malerei und Huldigung zugleich. Der breite, schwermütige Beginn scheint das weite, unendlich weite »Land der tausend Seen«zu schildern: ernst ist die Heimat unter dem matten Sonnenlicht. Aber in ihm lebt ein Volk, das sich seiner Kraft bewußt ist: festlich-marschartig rauscht es im Orchester auf, hell schmettern die Trompeten, Synkopen verleihen dem Ganzen einen freudig drängenden Zug. Eine zarte Unterbrechung: volksliedartige Weisen in den Holzbläsern, dann in den Streichern, verinnerlicht, demütig und dankbar. Die festlichen Klänge kehren wieder und führen das Tonstück jubelnd zu Ende.
In »Tapiola« hat sich dann die Kunst der klingenden Landschaftsmalerei großartig verdichtet. Allerdings muß man sich durch die früheren Werke bereits in diese Art eingehört haben, damit man dem Tondichter auf seinen inneren Pfaden folgen kann. Was er mit »Tapiola« ausdrücken will, sagt Sibelius selbst: »Uralt, geheimnisvoll«, in wilden Träumen dehnen sich des Nordlands düstere Wälder. In ihnen wohnt der große Gott des Waldes, heimlich weben Waldgeister im Dunkel.«
Unmittelbarer als die sinfonischen Dichtungen spricht uns das Violinkonzert d-Moll an. Prunk und Rausch in den Ecksätzen, in denen der Solist geradezu selbstherrlich den Ton angibt und das Orchester zur Klangkulisse wird: der erste Satz ein fast hemmungsloses Verströmen geigerischer Sehnsüchte und Verzweiflung, im Schlußsatz ein scharf betonter Tanzwirbel mit zuckenden Zwischenrhythmen.
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